Research- / Forschungsprojekte
MANET
Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung,
Projektlaufzeit Dezember 2007 - Oktober 2010.
![]() | Disaster Management using Autonomous Sensor Networks. |
Vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme und nach wie vor nicht verhinderbarer technischer Unglücke (Großbrände, Zugunfälle u.ä.) sind Katastrophenszenarien wie z.B. Massenanfälle von Verletzten (MANV) in den Fokus des gesellschaftlichen Interesses gerückt. Die Beherrschung solcher Großereignisse stellt, auch auf Grund Ihrer Seltenheit, eine enorme Herausforderung für Rettungswesen und Katastrophenschutz dar. Bis heute bestehen aber keine oder nur sehr einfache technische Hilfsmittel (z.B. Sprechfunk) zur logistischen Unterstützung solcher Vorfälle.
Hier versprechen Autonome Sensornetze ein erhebliches Verbesserungspotential und bieten sich gegenüber alternativen Technologien geradezu an:
- In Katastrophenfällen fallen vielfältige Informationen verteilt im Feld an (z.B. bei Triage ,, Patientenablage, Transport etc.), die zurzeit weder automatisch erfasst noch an zentraler Stelle aufbereitet, genutzt und dokumentiert werden können. Ebenso fehlen Daten, die eine spätere Nachbetrachtung, Analyse und Qualitätssicherung ermöglichen.
- In Katstrophenfällen ist meist keine technische Infrastruktur (wie z.B. Mobilfunkkommunikation oder GPS-Ortung) verfügbar. Konventionelle Technologien (BOS-Sprechfunk, Notruf etc.) brechen aufgrund der Überlastung oft zusammen und sind daher nicht zuverlässig. Die Installation eigener Infrastruktur für die Einsatzkräfte ist aufwändig und kostet wertvolle Zeit.
- Autonome Sensornetze hingegen können gut skaliert (bis zu tausenden von Knoten), mit autonomer Versorgung realisiert (Zuverlässigkeit, Handling), und durch Selbst-Konfigurationsmechanismen ohne großen Aufwand in unbekannten Umgebungen genutzt werden.
Ziel des Projektes MANET ist es daher, anwendungsspezifische Sensornetzwerk-Technologien zu entwickeln und in Feldtests zu erproben, um die Beherrschbarkeit von Massenanfällen von Verletzten zu verbessern, den Einsatzablauf zu optimieren und somit die Überlebenschancen der Opfer und Hilfskräfte erheblich zu verbessern. Dabei werden sowohl technisch-wissenschaftliche Fragestellungen (wie z.B. Skalierbarkeit und Robustheit, Lokalisierung in Sensornetzwerken, Sensorminiaturisierung) als auch anwendungsbezogene Fragestellungen (Instrumentierung, Energieversorgung, Bedienbarkeit, Prozesseinbindung, Lebenszyklusbetrachtungen) behandelt
Konsortium:
FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruhe
Kontron Embedded Computer GmbH, Eching/München
Fachhochschule Köln
VOMATEC International GmbH, Bad Kreuznach
AMBER wireless GmbH, Köln


